Für die Bauwirtschaft ergibt sich ein uneinheitliches Preisbild: Während sinkende Energie- und Transportkosten in 2025 die Kostenstruktur vieler Unternehmen verbesserten, änderte sich dieses Bild abrupt mit Beginn des Iran-Kriegs.
Damit bleibt der Kostendruck in materialintensiven Gewerken aufgrund steigender Preise zentraler Rohstoffe bestehen bzw. verstärkt sich. Diese gegenläufigen Entwicklungen sowie die geopolitischen Unwägbarkeiten erschweren verlässliche Kalkulationen und verlangen von der Branche ein weiterhin vorsichtiges, flexibles Management von Projekten und Investitionen.
Im Jahresverlauf 2025 stiegen die Baupreise um ca. 3,0 bis 3,5 Prozent. Im ersten Quartal 2026 setzte sich dieser Trend fort. Für die kommenden Quartale wird mit weiter steigenden Preisen gerechnet, insbesondere aufgrund der gestiegenen Ölpreise.
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)
Im Zeitraum von Ende 2025 bis Anfang 2026 sah sich die Bauwirtschaft mit einem insgesamt inflationären, aber sehr differenzierten Kostenumfeld konfrontiert. Der wichtigste Treiber waren deutlich höhere Metallpreise, insbesondere für Kupfer und Aluminium, die die Kosten in materialintensiven Gewerken spürbar in die Höhe trieben.
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)
Insgesamt ergibt sich ein weiterhin angespanntes Preisumfeld. Die Materialpreise setzen ihren langsamen Aufwärtstrend fort, während der erhöhte Wettbewerbsdruck zugleich preisdämpfend wirkt. Vor dem Hintergrund erneut steigender Energiepreise ist davon auszugehen, dass sich dieser Kostendruck künftig auch in höheren Preisen für Materialien und Ausrüstungen niederschlagen wird.
Was bedeutet dies für unsere Prognosen?
Unser Basisszenario ist auf Grund der derzeit hohen Ölpreise gestiegen und geht für das Jahr 2026 von einem durchschnittlichen Preiszuwachs bei Bauausschreibungen von rund 5,0 % aus. Für die Jahre 2027 und 2028 wird ein Anstieg der Baupreise von etwa 3,0 % erwartet.
Abbildung 18: Ausschreibungspreise in Deutschland: jährliche Veränderungen in Prozent (ab 2026 Prognose)
Stabilisierung trifft auf Unsicherheit
- Die deutsche Bauwirtschaft befand sich im Jahr 2025 in einer Phase selektiver Stabilisierung, die vor allem vom Tiefbau, dem Rechenzentrumsbau und staatlichen Infrastrukturprogrammen getragen wurde. Diese Stabilisierung wurde durch die aktuelle geopolitische Lage konterkariert, die zu einem sprunghaften Anstieg der Energiepreise führte, wobei erwartet wird, dass die Materialpreise diesem Trend folgen werden.
- Während der Wohnungs- und Gewerbebau trotz steigender Baugenehmigungszahlen weiterhin schwach ist, stützt der öffentliche Sektor. Der Rechenzentrumsbau sowie die Infrastrukturinvestitionen für erneuerbare Energien entwickeln sich sehr positiv.
- Die Materialpreise steigen, teilweise deutlich.
- Die Stimmung in der Wirtschaft bleibt verhalten: Viele Unternehmen erwarteten bereits vor dem jüngsten Anstieg der Energiepreise keine nachhaltige Erholung vor 2027. Diese Stimmung wandelt sich nun von verhalten zu besorgt. Sollten die Energiepreise auf dem hohen Niveau verharren oder sogar weiter steigen, ist davon auszugehen, dass sich die Baupreise entsprechend entwickeln werden.